K U R I O S E S . . .


An dieser Stelle finden Sie Anekdoten, Kurioses und unterhaltsame "Schmankerln"

 

 

 

 

 

Die Wolke

Die Wolke, die am Himmel zieht
Ist weiß und wie man ferner sieht
Geformt fast wie ein Vogel Strauß
Das sieht am Himmel lustig aus
Und weil ein jeder drüber lacht
Und weil's ihr selber Freude macht
Verwandelt sie sich eins, zwei drei
In ein Kamel aus Haferbrei.

unbekannter Verfasser

 

 

Die Legende von dem Sand-Dollar

Hier ist eine liebliche kleine Geschichte
die so vielen Menschen erzählen will,
von dem Leben und Sterben Jesus,
dargestellt auf dieser einsamen Muschel.

Wenn Du sehr genau auf sie siehst,
findest Du ein Abbild
von vier Nägeln und einem
scharfen römischen Speer.

Eine Seite zeigt die Osterglocke
mit einem Stern in der Mitte,
der strahlend scheint für die Hirten
als sie von weit her angereist.

Und der Stern der Weihnachtszeit
gezeichnet auf der anderen Seite sagt uns,
dass Christus an Weihnachten geboren wurde
und unser Kreuz trug bis zu seinem Tode.

So siehst Du die einfache Geschichte
dass Jesus für Dich und mich gelebt hat.
Wir sollen sein Werk auf Erden fortsetzen
und die Menschheit lieben.

(frei aus dem amerikanischen übersetzt)

 

 

Max hat einen Wandbehang...

an der Wand, schon Jahre lang,

blau und beige, nah´der Tür,

zu des Zimmers Schmuck und Zier.

Gab ihn in die Wäscherei,

wollt´gereinigt ihn und neu;

der Behang ist jetzt famos...

sauber – doch die Hälfte gross.

Oskar Stock



  Die Himmelsrichtungen.......





Herr West gibt ein Fest;
Herr Nord ist auch dort;
Herrn Ost schmeckt die Kost;
doch Herr Süd ist so müd
und verbrennt sich, der Stoffel, an einer Kartoffel.





 

AMANDA

Die Löwin Amanda
Vom Lande Uganda
ist gar nicht gefährlich.

 

 

Sie blinzelt gemütlich
und lächelt so friedlich,
sie meint es ganz ehrlich.

Die Kinder und Tanten
und alle Verwandten
stehn staunend im Zoo, 

 

 

bewundern Amanda
vom Lande Uganda.
Amanda ist froh.


 

in Erinnerung an zwei gute Freunde.....


Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es dir sein, als lachten alle Sterne.


Weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.


Antoine de Saint-Exupéry

 

Dies hat mir freundlicher Weise Frau Burgel zur Verfügung gestellt:

Man nehme einen Sonnenstrahl
garniert mit einer Mücke,
und Gänseblümchen ohne Zahl
und teile sie in Stücke.
Dieselben würze man gar fein
mit einem Blatt der Rose,
und rühre Sonnenluft hinein
zu einer warmen Soße.
Dann noch ein Eckchen Himmelblau
den Hauch von Vogelsingen,
mit einem Tröpfchen Morgentau
gemischt zum Kochen bringen.
Dies alles kann man wenn man mag,
in bunte Gläser stecken,
um es für einen dunklen Tag
im Winter einzuwecken.

Verfasser unbekannt

 

Der Maus ihr Gatte wurd geschnappt
von einer Mausefalle,
nun war - verdammt und zugeklappt!
- er mausetot für alle.
Die Trauerrede für'n Gemahl,
sie gipfelte im Satze:
"Viel schneller ging's in jedem Fall
mit Falle - als mit Katze!"

von Heinz Erhardt

 

 

 

Trinklied

 

Wo bleibt heut bloß der Sonnenschein?
Liegt's an den Isobaren?
Ach, soll's doch ruhig trübe sein -
wir trinken unsern Klaren!

 
 
Schön eisgekühlt stürzt er zu Tal,
es wird uns heiß und heißer…
Der trübe Himmel kann uns mal,
und wo er kann, das weiß er.

Das Trübsalblasen ist ein Graus
uns schädlich ohne Zweifel!
Kommt, lacht den trüben Himmel aus -
Alkohol ihn doch der Teufel!

 




Heinz Erhard

 

 

 

Eine alte und weise gewordene Äbtissin hat ein Gebet verfasst, das einer reifen Spätlese gleicht:

"Herr, du weißt, dass ich altere und bald alt sein werde.
Bewahre mich davor, schwatzhaft zu werden
und besonders vor der fatalen Gewohnheit, bei jeder
Gelegenheit über jedes Thema mitreden zu wollen.
Befreie mich von der Einbildung, ich müsse anderer Leute
Angelegenheiten in Ordnung bringen.
Bei meinem ungeheuren Schatz an Erfahrung und Weisheit
ist's freilich ein Jammer,nicht jedermann daran teilnehmen zu lassen.
Aber du weißt, Herr, dass ich am Ende ein paar Freunde brauche!
Ich wage nicht, dich um die Fähigkeit zu bitten, die Klagen
meiner Mitmenschen über ihre Leiden mit nie versagender
Teilnahme anzuhören.
Hilf mir nur, sie mit Geduld zu ertragen, und verriegele meinen Mund
wenn es sich um meine eigenen Kümmernisse und Gebrechen handelt.
Sie nehmen zu mit den Jahren, und meine Neigung, sie aufzuzählen,
wächst mit ihnen. Ich will dich auch nicht um ein besseres Gedächtnis bitten,
nur um etwas mehr Demut und weniger Selbstsicherheit,
wenn meine Erinnerung nicht mit der anderer übereinstimmt.
Schenke mir die wichtige Einsicht, dass ich mich gelegentlich irren kann.
Hilf mir, einigermaßen milde zu bleiben.
Ich habe nicht den Ehrgeiz, eine Heilige zu werden
(mit manchen von ihnen ist so schwer auszukommen!)
aber ein scharfes altes Weib ist eins der Meisterwerke des Teufels.
Mach mich teilnehmend, aber nicht sentimental,
hilfsbereit, aber nicht aufdringlich! Amen"

Verfasser unbekannt
 

Was ist ein Jahr?
 

 

 
Wenn man's bedenkt
verrinnt es doch in wen'gen Tagen
das Alter naht von ganz allein
man braucht nicht nach der Zeit zu fragen.
 
  Drum soll man Wünsche sich erfüllen
so viele wie es eben geht
wer weiß, was in den nächsten Jahren
noch alles in den Sternen steht.
Pack alles rein und mach dir Freude,
entbehre nichts an jedem Tag,
viel Schönes gibt es zu erleben
mehr als man sich zu hoffen wagt.
 
  Bedenke mal was ich hier sagt
wie schnell vergeht die Zeit und Glück,
denn was vergangen ist im Leben
das kehret niemals mehr zurück.
Nun wünsch' ich Dir für's weit're Leben
Gesundheit, Glück und Sonnenschein
und viele, viele schöne Jahre
dies soll mein Wunsch für heute sein.





Herkunft unbekannt
Zum Geburtstag Herzlichen Glückwunsch .....................
 
 

 

 

Mit der Zeit lernst du........

Mit der Zeit lernst du,
dass eine Hand halten
nicht dasselbe ist wie eine Seele fesseln.
Und dass Liebe nicht Anlehnen bedeutet
und Begleitung nicht Sicherheit.

 

 

 

Du lernst allmählich,
dass Küsse keine Verträge sind
und Geschenke keine Versprechen.

Und du beginnst,
deine Niederlagen erhobenen Hauptes
und offenen Auges hinzunehmen
mit der Würde des Erwachsenen,
nicht maulend wie ein Kind.





Und du lernst all deine Strassen
auf dem Heute zu bauen,
weil das Morgen ein zu unsicherer Boden ist.
Mit der Zeit erkennst du,
dass sogar Sonnenschein brennt,
wenn du zuviel davon abbekommst.
Also bestell deinen Garten
und schmücke selbst dir
die Seele mit Blumen,
statt darauf zu warten,
dass andere dir Kränze flechten.

 

 



Und bedenke,
dass du wirklich standhalten kannst
und wirklich stark bist.
Und dass du deinen eigenen Wert hast.

Unbekannter Autor

 

 


Wenn ein Mann einer Frau

über 50zig sein Herz zu Füßen legt,

will er oft nur prüfen,

ob sie sich noch bücken kann.

Unbekannter Autor

 

Osterhenne

Die Henne Gackerlein ist sauer,
da wundert sich der Huber-Bauer.
Er ist ein blitzgescheiter Mann,
der mit den Tieren reden kann.

So fragt er in der Hühnersprache,
die Henne, was ihr Kummer mache.
Sie sagt: S' ist traurig, aber wahr,
Ihr Menschen seid so undankbar!

Wir Hennen legen euch, mein Bester,
viele hundert Eier in die Nester.
Doch kommt die Osterzeit heran,
sagt ihr, der Hos' hätt' es getan;
wo dieser Lümmel, wie ihr wisst,
dazu gar nicht imstande ist!

Nicht Hasen-, sondern Hühnereier!
Und trotzdem sagt mit frecher Nase Ihr:
"Lieber, guter Osterhase!"
Das ist gemein und noch gemeiner,
vom lieben Osterhuhn spricht keiner!
Die Henne seufzt.
"Das, Huber-Bauer, das war's,
und deshalb bin ich sauer."

Die Sache kommt ihm schwierig vor.
"Ich werd's bedenken, Gackerlein", sagt er.
"Vielleicht fällt mir was ein. Sei nicht mehr traurig, sondern heiter.
Auf Wiederseh'n, und leg brav weiter.

" Zwei Tage später bringt er dann am Hühnerstall die Tafel an.
Darauf steht schwarz auf weiß erklärt in Zierschrift, wie es sich gehört:
"In dieser schicken Superpenne schläft Gackerlein, die Osterhenne,
mit Osterhühnern neben dran, bewacht von einem Osterhahn."


aus: Heimatbrief für den Netzekreis

 

Rezept
von Katharina Elisabeth Goethe,
Mutter von Johann Wolfgang von Goethe


Man nehme zwölf Monate, putze sie ganz sauber von Bitterkeit, Geiz,
Pedanterie und Angst und zerlege jeden Monat in 30 oder 31 Teile, so dass
der Vorrat für ein ganzes Jahr reicht. Nun wird jeder Tag einzeln angerichtet
aus einem Teil Arbeit und zwei Teilen Frohsinn und Humor. Danach füge
man drei gehäufte Esslöffel Optimismus hinzu, einen Teelöffel Toleranz,
ein Körnchen Ironie und Takt. Jetzt wird noch alles reichlich und mit
viel Liebe übergossen. Das fertige Gericht empfiehlt sich jetzt noch mit
Sträußchen kleiner Aufmerksamkeiten zu schmücken und serviere es dann
Täglich mit Heiterkeit und mit einer guten, erquickenden Tasse Tee.

 

 

 

Weihnachtsfabel

Die Tiere diskutierten einmal über Weihnachten. Sie stritten, was wohl die Hauptsache an Weihnachten sei.

Na klar, der Gänsebraten", sagte der Fuchs, "was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten."

"Schnee", sagte der Eisbär, "viel Schnee." Und er schwärmte verzückt: "Weiße Weihnachten."

Das Reh sagte:" Ich brauche aber einen Tannenbaum. Sonst kann ich nicht Weihnachten feiern."

"Aber nicht so viele Kerzen", heulte die Eule, "schön schummrig und gemütlich muss es sein, Stimmung ist die Hauptsache."
"Aber mein neues Kleid muss man sehen", sagte der Pfau "wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich kein Weihnachten."
"Und Schmuck", krächzte die Elster, "jedes Weihnachten kriege ich was, einen Ring, ein Armband, eine Brosche oder eine Kette, das ist für mich das Allerschönste an Weihnachten."

"Na, aber bitte die Stollen nicht vergessen", brummte der Bär, "das ist doch die Hauptsache. Wenn es den nicht gibt und all' die süßen Sachen, verzichte ich auf Weihnachten."

"Mach's wie ich", sagte der Dachs, "pennen, pennen, das ist das Wahre. Weihnachten heißt für mich: mal richtig pennen."

"Und saufen", ergänzte der Ochse, "mal richtig einen saufen und dann pennen."
Aber dann schrie er: "Aua", denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt: "Du Ochse, denkst du denn nicht an das Kind?" Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: "Das Kind, ja, das Kind, das ist doch die Hauptsache" - "Übrigens", fragte er dann den Esel: "Wissen das die Menschen eigentlich?"

Ingeborg Fülderbrandt

 

 

Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es dir sein, als lachten alle Sterne.

Weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.

Antoine de Saint-Exupéry


Das Notizbuch

Für den Menschen, der vergesslich,

ist es gut, ja unerlässlich,

das er in ein Buch sich schreibt,

was ihm nicht im Hirn drin bleibt.

Um das Buch auch handzuhaben

Muss man bei der Hand es haben.

Darum führe man dabei

ein Notizbuch Nummer zwei,

was dir dann sehr dienlich ist,

wenn du Nummer eins vermisst.

Im dritten Buch musst du verbuchen,

wo Nummer eins und zwei zu suchen.

 

 

Anni's Handarbeiten

Anni ist ein Phänomen, eine absolute Handarbeits-Meisterin.
Spitzendecken in allen Variationen, eine noch schöner als die andere, zaubert sie mit sicherer Hand.
Zu verkaufen sind sie nicht, um Gotteswillen nein, die werden verschenkt.
Doch selbst Meisterinnen ihres Fachs sind vor kleinen Pechsträhnen nicht gefeit
und auch ihnen passiert so manches Missgeschick
Letztens war Anni so vertieft in ihre Handarbeit und natürlich in das Gespräch mit Schwester Klärchen.
Plötzlich wurde es ihr an den Knien ziemlich kalt und sie dachte kurz daran, ob sie die Haustür wohl offen gelassen hat. Doch es war viel schlimmer: Sie hatte ihren Rock bis Minigröße mitgehäkelt.
Deshalb waren die Mausespitzen so dick.
Wem schenkt sie dieses Kunstwerk wohl?

Autor unbekannt

 

 

Dies schrieb mir Herr Römer aus Heuchelheim.
(Seine Frau stickt in der Heuchelheimer Stickgruppe bei Frau Gerhard)

Zunächst :

Die Frage sei erlaubt,
ob´s schick, ein "Stickmotiv" als Limerick ?
Ich hab´s mal probiert:

Ein Weib aus Feldkrücken
wollt Hardanger sticken,
doch das Muster vom Schuster,
dies ward bald bewusst ihr,
fand gar kein Entzücken.

oder:

Am schnellsten lernt Frau Schutzheld
das Sticken bei Frau Hutzfeld,
die zeigt ihr gar Decken mit siebzehn Ecken
wie schad nur,
wenn eine in` Schmutz fällt.

 

 

Der Lehmklumpen

Der Lehrer versucht anhand von Bildern den Kindern die Natur zu schildern. Er spricht von Tier und Pflanzenwelt, als zum Schluss die Glocke schellt. Da sagt er zu den kleinen Wichten, sie sollen morgen ihm berichten, wie überhaupt der Mensch entsteht. Das kleine Volk steht auf und geht, und bringt bei der Gelegenheit die Eltern in Verlegenheit.  
  Auch Fritzchen ist nach Haus gekommen, er hat sich Vater vorgenommen und ihm die Frage schon gestellt: "Wie kommt der Mensch auf diese Welt?" Der Vater fängt schon an zu schwitzen, er schaut bekümmert hin zu Fritzchen, doch dann besinnt er sich und lacht: "Der Mensch, der ist aus Lehm gemacht!"
Au, denkt klein Fritz, das ist famos, da hol ich schnell mir einen Kloss von nebenan, vom Töpfer Schmidt - den neh`m ich in die Schule mit.  
  Ich nehm' nicht so'nen ganzen Grossen und steck ihn einfach in die Hosen. Und als dann nun am nächsten Tage der Lehrer stellte seine Frage, erhielt er Antwort auch sogleich:
"Der Mensch kommt aus dem Storchenreich!"
Nur Fritzchen sitzt ganz still und stumm und kramt in seiner Hose rum. Und plötzlich ruft er :"Quatsch mit Sosse, ich hab das Ding in meiner Hose, womit die Schöpfung vor sich geht und wo dann draus der Mensch entsteht. Von wegen Storch! So seht ihr aus, wenn Ihr`s nicht glaubt, hol ich ihn raus!"  
  Da sagt der Lehrer ganz beflissen:
"Lass ihn nur drin, Du scheinst`s zu wissen!"

unbekannter Autor

 

 


Hast du was, dann bist du was.

Fehlt dir was, dann brauchst du was.

Brauchst du was, dann mußt du was.

Mußt du was, dann tust du was.

Tust du was, dann kriegst du was.

Kriegst du was, dann hast du was.

Hast du was, dann bist du was.

Bist du was, dann brauchst du mehr.

Mußt du mehr, dann tust du mehr.

Tust du mehr, dann kriegst du mehr.

Kriegst du mehr, dann hast du mehr.

Hast du mehr, dann kriegst du mehr.

Bist du mehr, dann brauchst du mehr,

immer, immer mehr und schließlich

kannst du nimmermehr und brauchst

überhaupt nichts mehr.

Gehört im SWR 4

 

 

 

Das Märchen von dem guten Kartoffelkönig

 

 

Es war einmal eine große Kiste Kartoffeln. Die stand im Winter im Keller vom alten Haus. Ich kann euch sagen, prachtvolle Kartoffeln waren es, eine noch dicker als die andere.
Eines Tages aber, da rief's aus der Kartoffelkiste: " Ich will nicht geschält werden! Ich will nicht gekocht werden! Und gegessen werden will ich schon gar nicht! Denn ich bin der große Kartoffelkönig!"
Und das ist auch wahr gewesen. Denn mitten in der Kartoffelkiste hat der Kartoffelkönig gelegen. Der war so groß wie zwölf andere große Kartoffelkönige, da kam die Großmutter in den Keller, denn sie wollte ein Körbchen Kartoffeln holen. Die wollte sie schälen und zu Mittag mit Salz und Wasser kochen. Auch den Kartoffelkönig tat sie in ihr Körbchen und sagte: "Ei, das ist mal eine dicke Kartoffel!" Aber als die Großmutter mit dem Körbchen aus dem Keller kam und über den Hof ging, da sprang der Kartoffelkönig hops - aus dem Körbchen und rollte so geschwind durch den Hof davon, daß die Großmutter nicht hinterher konnte. "Ach", sagte sie, "ich will sie nur laufen lassen, die dicke Kartoffel. Vielleicht finden ein paar arme Kaninchen sie und fressen sich dick und satt daran."

Der Kartoffelkönig aber rollte immer weiter, der große Kartoffelkönig.
Da begegnete ihm der Igel und sagte zu ihm: "Halt, dicke Kartoffel, wart' ein Weilchen, ich will dich zum Frühstück essen!" "Nein, nein", sagte der Kartoffelkönig, "Großmutter mit der Brille hat mich nicht gefangen, und du, Igel Stachelfell, kriegst mich auch nicht!" Und eins, zwei, drei - rollte er weiter, bis in den Wald hinauf.
Da begegnete ihm das Wildschwein. "Halt, prachtvolle, dicke Kartoffel", rief es, "wart' ein Weilchen, ich will dich geschwind fressen!" "Nein", sagte der Kartoffelkönig, "Großmutter mit der Brille hat mich nicht gefangen, Igel Stachelfell hat mich nicht gefangen, und du, Wildschwein Grunznickel, kriegst mich auch nicht!" Und eins, zwei, drei - rollte er weiter durch den Wald.
Da begegnete ihm der Hase, der rief. "Halt, du schöne dicke Kartoffel, wart' ein Weilchen, ich will dich eben aufessen!" "Nein", sagte der Kartoffelkönig, "Großmutter mit der Brille hat mich nicht gefangen, Igel Stachelfell hat mich nicht gefangen, Wildschwein Grunznickel hat mich nicht gefangen, und du Has' Langohr, kriegst mich auch nicht!" Und ein, zwei, drei - rollte er weiter durch den Wald, der große Kartoffelkönig.
Da begegnete ihm die Hexe Tannenmütterchen, und sie sagte: "Halt, wart ein Weilchen, du leckerer Kartoffelkönig, ich will dich nur eben kochen und aufessen!" "Nein", rief der Kartoffelkönig, "Großmutter mit der Brille hat mich nicht gefangen, Has' Langohr hat mich nicht gefangen, und du, Hexe Tannenmütterchen, kriegst mich auch nicht!" Und eins, zwei, drei - rollte er weiter, der große Kartoffelkönig.

Da begegneten ihm zwei arme Kinder. Die hatten Hunger, und sie sagten: "Ach, was läuft da für eine dicke Kartoffel! Wenn wie die zu Hause hätten, dann könnte die Mutter uns einen großen Reibekuchen davon backen!" Als das der Kartoffelkönig hörte, da hielt er im Laufen ein, und hops - sprang er den armen Kindern in's Körbchen. Und die Kinder bekamen einen dicken, fetten Reibekuchen des Mittags zu Haus, das Märchen ist aus

 

Autor unbekannt

 

Eine fröhliche Regenballade

Aus Erfahrung wissen wir, dass Väter oft sehr gute Kindermädchen abgeben, wenn die Mutter einmal nicht zu Hause ist. Im Folgenden beobachten wir einmal einen in solch ein Amt gedrängten Vater.

 

Das war so: das kleine Hänschen schlief ganz still auf dem Balkon. Frau Mama war nicht zu Hause, Hans bewachte seinen Sohn. Tausend kleine Pflegeregeln hatte sie ihm anvertraut. Der besorgte Vater hat sie tausendmal schon durchgekaut.

 

Sticht die Sonne, gib ihm Schatten, wenn es kühl wird, deck ihn zu. Wenn er wach wird, musst ihn schaukeln, wenn er schläft, lass ihn in Ruh. Wenn er nass ist, leg ihn trocken, wenn es regnet, hol ihn rein. Weht der Ostwind, dreh den Wagen, weht der Westwind, lass es sein. Wenn er schreit, gib ihm den Schnuller, schreit er weiter, dreh ihn um, aber nur für fünf Minuten, denn sonst wird der Rücken krumm. Wenn ihn hungert, gib ihm Breichen, wenn ihn dürstet, gib ihm Saft, wenn er auf will, lass ihn sitzen, dass gibt seinen Muskeln Kraft. Tausend wenn und tausend aber wirbeln Hansen durch den Sinn. Dieser wenn - und aber -Wirbel, wirbelt ihn aufs Sofa hin. Schweißgebadet - angstdurchschauert, wiederholt er Wort für Wort. Wenn er nicht, wenn er dagegen, wenn er aber - und so fort. Wenn er Nass ist gib ihm Schatten, wenn es regnet, dreh ihn um, wenn er schläft, dann lass ihn sitzen, und mach ihm den Rücken krumm. Wenn ihn dürstet, musst ihn schaukeln, wenn ihn hungert, deck ihn zu. Wenn es kühl wird, leg ihn trocken, wenn er schreit, lass ihn in Ruh. Sticht die Sonne, gib ihm Breichen, will er sitzen, gib ihm Saft. Weht der Ostwind, gib ihm Schnuller, dass der Westwind nicht erwacht.

 

Tausend wenn und aber wirbeln, lallen - lallen immerzu. Aber - wenn und wenn und aber, lallen Hans in süsse Ruh. Draußen ballt sich ein Gewitter, Hänschen schreit auf dem Balkon. Blitze zucken, Donner rollen, Hans hört keinen Laut davon. Und es regnet, und es regnet und es regnet und es gießt, dass vom Maienregensegen Dach und Rinne überfließt. Und es war ein Hexenmeister, der dem Wasser Einhalt tat. Hänschens weiches Wiegenbettchen war ein feucht gefülltes Bad.

 

Angstgejagt und voller Sorgen kommt die Mutter heimgerannt. Eine Schreckensschreisekunde stand sie starr und wie gebannt. Hänschen schwamm in seiner Wiege auf den Daunen still vergnügt. Da der Vater ihn vergessen, hat der Himmel ihn gewiegt. Nicht so selig war die Mutter, das erfuhr auch Hans sogleich. Ausgeruht jedoch und wohlig, sprach er zu ihr ruhereich:" ja, Du gabst mir tausend Regeln, das ist richtig und das stimmt. Doch ich hatte keine Weisung, was zu tun sei, wenn er schwimmt."

Willi Eul

 

 

Wir alle Stricken an unserem Leben
jeden Tag ein Stück weiter.

Oft ist das komplizierte Muster vorgegeben
und muss mit viel Konzentration bewältigt werden.
Cv c c
Manche Strecken werden mühelos und freudig geschafft.
Freundliche Farben, auch  bunt gemischt
wechseln mit grauen ab.

Auch die Qualität der Wolle wechselt:
mal ist sie weich und flauschig, mal hart und kratzig.

Es kommt auch vor, dass Maschen von der Nadel  fallen,
manchmal aus Versehen,  dann entstehen plötzlich Löcher,
und das Muster wird unvollständig.

 

Es kann auch sein, dass der Faden reißt und neu angesetzt
werden muss. Wir kennen das: Neu anfangen.

Es kann auch vorkommen, dass wir das Strickzeug
in die Ecke werfen, um es dann doch wieder vor zu holen.

Es wird für uns Menschen immer ein Geheimnis bleiben,
wie viel Lebensfaden uns noch zu verstricken bleibt.

Wir haben die Nadeln in unserer Hand. Technik,
Muster und Werkzeug können wir wechseln.

Damit am Ende ein annehmbares Strickzeug entsteht,
brauchen wir manchmal  v i e l  Geduld!

 

Autor unbekannt

 

Desiderata

Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast und sei des Friedens eingedenk, den die Stille bergen kann. Stehe, soweit ohne Selbstaufgabe möglich, in freundlicher Beziehung zu allen Menschen.

Äußere deine Wahrheit ruhig und klar und höre anderen zu, auch den Geistlosen und Unwissenden, auch sie haben ihre Geschichte.Meide laute und aggressive Menschen, sie sind eine Qual für den Geist. Vergleiche dich nicht mit anderen, um nicht bitter zu werden, und verliere nicht dein Selbstvertrauen: Immer wird es jemanden geben, größer oder geringer als du.

Freue dich deiner eigenen Leistungen wie auch deiner Pläne. Bleibe weiter an deiner eigenen Laufbahn interessiert, wie bescheiden auch immer. Sie ist ein echter Besitz im wechselnden Glück der Zeiten. In deinen geschäftlichen Angelegenheiten lass Vorsicht walten; denn die Welt ist voller Betrug. Aber dies soll dich nicht blind machen gegen gleichermaßen vorhandene Rechtschaffenheit. Viele Menschen ringen um hohe Ideale; und überall ist das Leben voller Heldentum.

Sei du selbst, vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung. Sei niemals abwertend, was die Liebe betrifft; denn auch im Angesicht aller Dürre und Enttäuschung ist sie noch immerwährend wie das Gras. Ertrage freundlich - gelassen die Mühen des Alters, gib die Dinge der Jugend mit Würde auf. Stärke die Kraft des Geistes, damit sie dich in plötzlich hereinbrechendem Unglück schütze. Aber beunruhige dich nicht mit Einbildungen.

Viele Befürchtungen sind Folge von Erschöpfung und Einsamkeit.

Bei einem heilsamen Maß an Selbstdisziplin sei gut zu dir selbst. Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und die Sterne; du hast ein Recht, hier zu sein. Und ob es dir nun bewusst ist oder nicht: Zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorgesehen.

Darum lebe in Frieden mit Gott, was für eine Vorstellung du auch von Ihm hast und was immer dein Mühen und Sehnen ist.

In der lärmenden Wirrnis des Lebens erhalte dir den Frieden mit deiner Seele. Trotz all ihrem Schein, der Leiden und der zerbrochenen Träume ist diese Welt doch wunderschön.

Sei vorsichtig.

Strebe danach, glücklich zu sein.

 

bekannt aus der Wandinschrift der St.Pauls-Kirche in Baltimore und stammt aus einem alten, gewachsenen Manuskript der Rosenkreuzer